Der Brasilienkreis informiert
Was ist „Fairer Handel“?
Fair gehandelte Produkte - wie der Brasilienkreis diese am ersten Monatswochenende nach den Gottesdiensten sowie während der Öffnungszeiten in der Bücherei anbietet - helfen den Kleinbauern in den Entwicklungsländern.
Denn faires Handeln ist Armutsbekämpfung: die Kleinbauern erhalten so die Chance, sich durch eigene Arbeit aus der Armut zu befreien.
Fairer Handel ist das Symbol für eine gerechte Wirtschaft und drückt unsere Solidarität mit Not leidenden Bauern in Afrika, Mittelamerika und Asien aus.
Die ersten "Dritte-Welt-Läden" wurden in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts in Holland gegründet. Ab 1970 entstehen sie in Deutschland.
Fair gehandelte Waren setzten Mindestpreise voraus, die über dem Niveau normaler Marktpreise liegen: jede Ware enthält eine verbindlich festgelegte Prämie, die die Genossenschaften und Kooperationen für soziale und wirtschaftliche Entwicklungen nutzen können. Hierdurch werden zurzeit etliche Millionen € an zusätzlichen Prämien ausgehandelt, wodurch 1,2 Millionen Kleinbauern und Plantagenarbeiter mit ihren Familien profitieren.
Raymund Streitenberger
Guatemala
In den neunziger Jahren des vorigen Jahrtausends hatte Frau M.L., Mitglied des Säkularinstituts St. Bonifatius Detmold, bei ihrem Heimatbesuch in Roxel dem Brasilienkreis Roxel über ihre Arbeit im Frauenbildungszentrum Maria del Camino berichtet. Sie war Leiterin dieses Bildungszentrums im Hochland von Guatemala, in dem junge Mädchen vor allem aus der verarmten indigenen Bevölkerung eine Ausbildung in handwerklichen und hauswirtschaftlichen Berufen erhielten.
Maria del Camino war zu der Zeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten und fürchtete um sein Fortbestehen. Im Rahmen einer Solidaritätswoche im Mai 1998 spendete die Pfarrgemeinde St. Pantaleon einen Betrag von 35.644 DM und half so, dass das Frauenbildungszentrum den jungen Frauen auch weiterhin eine Perspektive für ihr späteres Leben geben kann. Nach der Rückkehr von Frau L. nach Deutschland erlahmte der Kontakt zwischen Maria del Camino und dem Brasilienkreis.
Zu einer weiteren Begegnung mit Gästen aus Guatemala kam es im Rahmen des Weltjugendtages 2005. Die deutsche Journalistin Christiane Zauzich, die seit 17 Jahren in Guatemala lebte und im letzten Jahr dort tödlich verunglückte, und die das Projekt „Samenkorn“ - ein Stipendiaten-Hilfsprogramm - gegründet hat, feierte mit uns unter Leitung von Weihbischof Ostermann einem Gottesdienst, in dem vier in farbenprächtige Trachten gekleidete junge Maya einen traditionellen Maissegen der Mayas vortrugen.
Seitdem ist der Brasilienkreis mit Guatemala verbunden und interessiert sich für das Land und seine indigene Bevölkerung.
In den letzten Wochen erhielten wir wieder einmal einen Rundbrief des Stipendienwerkes "Samenkorn", mit dem wir über die aktuelle Entwicklung in Guatemala informiert werden. Hier in kurzen Worten der Inhalt des Briefes:
Guatemala wurde unlängst von gleich zwei Naturgewalten heimgesucht, die Spuren großer Verwüstung hinterlassen haben: Der Vulkan Pacaya brach aus und brachte eine riesige Aschewolke mit sich; wenige Tage später tobte der Tropensturm Agatha in Guatemala.Der Sturm hat (bis Juni)über 170 Todesopfer gefordert, viele Menschen werden noch vermisst, fast 100.000 Menschen mussten evakuiert und in Notunterkünften untergebracht werden. Ca. 31.000 Häuser sind zerstört, ebenso 300 Brücken, davon 22 für den Fernverkehr und Versorgung wichtige.Etliche Dörfer können nur aus der Luft versorgt werden.Internationale Hilfe ist angelaufen, wobei der Wiederaufbau nach den Hurrikanen Mitch (1998) und Stan (2005) nicht einmal abgeschlossen war.Am 27. Mai brach der Vulkan Pacaya, 50 km südlich der Hauptstadt gelegen, aus und überzog ganze Landstriche mit einer Ascheschicht. Der Flughafen wurde geschlossen, der Schulunterricht fiel aus, der verkehr kam zum Erliegen. Auch hier sind umfangreiche Aufräumarbeiten erforderlich und noch im Gange.Die zu erwartenden Ernteausfälle werden zu einer Verknappung und zu einem Preisanstieg bei den Grundnahrungsmitteln führen, somit treffen die Katastrophen wieder die Ärmsten und Schwächsten. Auch mit der Ausbreitung von Epidemien muss gerechnet werden (Diarrhoe, Dengue-Fieber u,.a.).Das Leben in Guatemala bleibt mit und in Extremen.
R. Streitenberger, T. Dirksen
Brasilienkreis - Eine Welt für Alle
Seit Mitte der 80iger Jahre besteht in unserer Gemeinde der „Braslienkreis – Eine Welt für Alle“, der seinen Auftrag darin sieht, den Blick zu richten auf die Lebensbedingungen vieler Millionen Menschen, die von Krieg, Gewalt, religiöser Verfolgung, Elend, Hunger und Krankheit gekennzeichnet sind.
Als Christinnen und Christen der Ortskirche St. Pantaleon, Roxel, sind wir Teil der Weltkirche und fühlen entsprechend eine gemeinsame Verpflichtung und Verantwortung, uns für die Entwicklung zu einer humaneren Weltgesellschaft einzusetzen.
Einerseits besteht unsere Aufgabe darin, diese Verantwortung in Gottesdiensten und spontanen Aktionen deutlich werden zu lassen.
Hier verweisen wir z.B. auf die Themenreihe „Kein Weltfrieden ohne Religionsfrieden“ in der Fastenzeit des Jahres 2007; und auf die regelmäßigen Angebote von Produkten aus den sich entwickelten Ländern, wodurch wir Solidarität zeigen zu Menschen, die tagtäglich um ihre Existenz kämpfen müssen.
Zum anderen haben wir verstärkt die Themen „Gerechtigkeit – Entwicklung – Frieden“ in den Blick genommen, um an konkreten Beispielen bzw. Projekten aufzuzeigen, wie am Aufbau einer menschenwürdigen Weltgemeinschaft mitgewirkt werden kann.
Daher unterstützen wir vom „Brasilienkreis – Eine Welt für Alle“ zwei Projekte in unserer Gemeinde ganz konkret, nämlich das von der Familie Wittkowski gegründete und getragene Projekt „Passo Fundo e.V.“ sowie das von Pfarrer Schwartz während seiner Tätigkeit in Brasilien ins Leben gesetzte Projekt „Schüler – Unterrichtshilfe“.
Beide Projekte, über die man sich auch im Anhang ausführlich informieren kann, fördern die Bildung bzw. Ausbildung junger Menschen.
Als Arbeitskreis „Eine Welt für Alle“ sind wir Mitglied im „Eine Welt-Forum“ Münster e.V., dem münsteraner Netzwerk für Entwicklungszusammenarbeit sowie von „Erlassja.de-Entwicklung braucht Entschuldung“.
Der „Brasilienkreis – Eine Welt für Alle“ trifft sich jeden 4. Montag eines Monats um 19.00 Uhr im Pfarrheim St. Pantaleon. Neue Mitglieder sind uns jeder Zeit herzlich willkommen, auch Anregungen und Fragen zur Entwicklung der Arbeit vor Ort nehmen wir gerne auf!
Ansprechperson:
Raymund Streitenberger
Telefon 02534/2507
| Aktuelle Aktivitäten des Brasilienkreises finden Sie in der Rubrik "Termine" |
Studienförderung Passo Fundo e.V.
Die Studienförderung Passo Fundo e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Münster. Er vergibt an finanziell bedürftige, begabte Brasilianerinnen und Brasilianer Stipendien für ein Hochschulstudium.
www.passofundo.de
Den Flyer des Vereins können Sie sich hier ansehen:
passofundoflyer.pdf [1.098 KB]

