Hier finden Sie die "Liebe Gemeinde" - Veröffentlichungen unseres Pastors, Dr. Christian Schmitt, aus dem Jahr 2011
24.12.2011
Liebe Gemeinde!
Wir feiern die hochheilige und geweihte Nacht, in der der Sohn Gottes Mensch geworden ist. Das ist Weihnachten und das macht den großen und entscheidenden Unterschied. Dieser Unterschied kommt von Gott und kann nicht von Menschen gemacht werden. Das ist bei den meisten Menschen in unserem Land und auch bei uns in Münster in den Hintergrund geraten oder auch überhaupt gar nicht mehr im Bewußtsein. Was von Weihnachten übriggeblieben ist, ist ein großes Konsumfest mit emotional anrührenden Elementen. Wir feiern, was wir sind und was wir uns erarbeitet haben und leisten können. Weihnachten ist als das große Konsumfest der Leistungsgesellschaft auch in Japan bei nur 1,5 % Christen eingeführt worden. So macht dieses Fest eigentlich gar keinen Unterschied mehr, es ist Teil unserer Produktions- und Konsumationswelt. Es ist nur mehr als sonst, aber ein qualitativer Unterschied besteht so nicht mehr. In diese Welt halten wir Christen unseren Glauben; in die inhaltliche Leere dieses säkularen Weihnachtsfestes tragen wir das göttliche Kind, das den entscheidenden Unterschied macht. Wer dieses Kind aufnimmt, wird von Ihm verändert, wird selber Kind, Kind Gottes. Wer sich so verändern läßt, erwartet das Große nicht mehr von seiner Hände Arbeit, sondern als Geschenk aus Gottes Hand. Das wahre und große Geschenk, wer will es haben? "Ihr Kinderlein komrnet" und bringt andere mit. "Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu werden."
Ihnen und Ihren Familien wünsche frohe und gnadenreiche Weihnachten und ein
gesegnetes Jahr 2012!
Ihr Christian Schmitt, Pastor
18.12.2011
|
Liebe Gemeinde! In einer Woche ist Weihnachten. Was erwarten wir vom Fest? Als Papst Benedikt im September mit Vertretern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zusammentraf, stellte er die Frage, was ausländische Experten wohl beim Besuch einer deutschen Durchschnittsfamilie feststellen werden? Viel Wohlstand, Ordnung und Effizienz, aber auch „Armut, was die menschlichen Beziehungen betrifft , und Armut im religiösen Bereich.“ Vielleicht gelingt es uns, an diesem Weihnachtsfest mehr auf Gott zu schauen, der auf uns zukommt. Und mehr von seiner Güte an andere weiterzugeben. Dann würde unser Fest reicher werden. Reicher an dem, worauf es wirklich ankommt. Mit herzlichem Gruß und den besten Wünschen für die letzte Adventswoche Ihr Chr. Schmitt, Pastor |
11.12.2011
Liebe Gemeinde!
Maria ist die große Frau des Advents. Das heißt, sie lebt in der Erwartung, dass Gott kommt. Die Situation der Kirche in unserem Land ist völlig vertrackt: verschiedene Menschen versuchen die Kirche in verschiedene Richtungen zu ziehen und drohen dabei sie zu zerreißen. Wenn wir alle zusammen mehr Maß an Maria nehmen, wird uns das nicht passieren. Denn Maria hat mehr gehört als gesprochen. Sie hat vor allem auf Gott gehört und ihm ihren persönlichen und freien Gehorsam aus Liebe geschenkt. Das war und ist die eigentliche Revolution, die nötig war, damit die Kirche entsteht und die die Kirche auch in unseren Tagen braucht. Freier und persönlicher Gehorsam gegenüber Gott. Das wird uns persönlich und die Kirche als ganze weiterführen. Bitten wir Maria, dass sie uns hilft.
Mit besten Adventsgrüßen
Ihr Christian Schmitt, Pastor
04.12.2011
|
Liebe Gemeinde! An der Krippe stehen die „Kleinen“. Die Hirten, die eine Randposition in der Gesellschaft einnahmen; - die Weisen, die das hohe Roß ihrer heimischen Sicherheit hinter sich ließen, um vor dem zu knien, den sie als den größeren erkannten; - Maria, die bereit war mit ihrem ganzen Leben, Gott Raum zu geben; - Josef, der dem Plan Gottes gerecht werden wollte; - haben wir dort auch einen Platz? Gott, der sich klein macht, kann man nicht von oben herab aufnehmen. Man muss auch klein werden. Gott nimmt sich nicht den Platz aus eigener Machtfülle, sondern füllt nur den aus, der ihm angeboten wird. Er begegnet uns mit der Macht des Kindes, das uns verwandelt, wenn es aufgenommen wird. Wie geht das? Mehr echtes Interesse am anderen – weniger aufgeblasene Besserwisserei; mehr Barmherzigkeit – weniger Verurteilungshärte; mehr Veränderungsbereitschaft – weniger Besitzstandswahrung. Kindliche Wachheit und Offenheit weisen uns den Weg. Mit guten Wünschen für die Adventszeit Ihr Christian Schmitt, Pastor |
27.11.2011
Liebe Gemeinde!
„Ich war krank und ihr habt mich besucht!“ Wie steht es mit unserem Krankenhausbesuchsdienst? In St. Anna funktioniert er, könnte aber Verstärkung gebrauchen, in St. Pantaleon und St. Ludgerus ist er im Laufe der Jahre eingeschlafen. Sollten wir nicht versuchen wieder damit anzufangen. Es ist ganz einfach. Melden Sie sich in einem unserer Pfarrbüros, wenn Sie mitmachen wollen. Sie bekommen eine kurze Ausbildung für die Gespräche, und dann geht es mit dem Krankengruß des Pfarrers los. In den Krankenhäusern Münsters liegen Listen mit den Kranken der jeweiligen Pfarrei. Einmal im Monat gehen Sie in eines der Krankenhäuser und besuchen die Kranken Ihrer Gemeinde. Bestellen einen schönen Gruß, wünschen gute Besserung und dann warten Sie ab, wie die Besuchten reagieren. Manche wollen kein Gespräch, dann gehen Sie, und manche freuen sich sehr und erzählen Ihnen viel. Versuchen Sie es ruhig, es ist ganz einfach, mach viel Freude und ist sehr schön. Was das mit Advent zu tun hat, fragen Sie? Nun wenn wir es Ihm tun, dann kommen wir Ihm doch entgegen.
Mit den besten Wünschen für eine gute Adventszeit
Ihr Christian Schmitt, Pastor
20.11.2011
|
Liebe Gemeinde! Papst Benedikt hat zum 50. Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils ein Jahr des Glaubens ausgerufen. Dieses Jahr des Glaubens soll am 11. Oktober 2012 beginnen. Wenn wir von unseren verschiedenen Standpunkten aus auf den Kern des Glaubens zugehen, finden wir zueinander. In der Mitte schneiden sich die Linien und nicht am Rande der jeweils aktuellen Protestthemen. Unsere plurale Gesellschaft fordert von allen eine Schärfung des Profils: jedes Unternehmen hat eine „corporate identity“, tritt mit klaren „Marken“ auf den Markt und die Mitarbeiter kennen ihr „mission-statement“. Eine Anpassung der Kirche an das, was der Zeitgeist gerade verlangt, würde die Kirche konturenlos und beliebig machen. Aus dem Kern und aus den Wurzeln kommt die Kraft, die wir heute brauchen. Die Kirche muss geistlicher und gläubiger werden, und das gilt nicht nur für die Geistlichen sondern auch für die Gläubigen. Mit besten Grüßen Christian Schmitt, Pastor P.S.: Man kann auch jetzt noch in den Glaubenskurs einsteigen, da jede einzelne Einheit auch für sich steht. Wir werden aber auch bald den nächsten Kurs anbieten. |
13.11.2011
Liebe Gemeinde!
Am 13. November ist wieder Volkstrauertag. Die meisten Menschen können mit diesem Gedenktag nicht mehr viel anfangen. Als ich vor einiger Zeit Bilder davon sah, wie der Volkstrauertag Ende der 50ziger Jahre begangen wurde, da wurde der Unterschied sehr deutlich. Die ungeheuren Verluste des Krieges waren noch überall im lebendigen Gefühl der Menschen gegenwärtig. Das hat sich nun geändert. Und doch - wenn wir diesem Datum noch etwas abgewinnen wollen, dann vielleicht die Trauer um all das „Nicht-gelebte-Leben“. Das schließt die vielen jungen Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ebenso ein, wie die jungen Opfer der Drogen, der Abtreibung oder der sozialen Ungerechtigkeit in weltweiter Perspektive. Auch die Vielen, deren Leben unter den verschiedenen Formen der Überforderung gebrochen ist, oder die sich von falschen Idealen haben leiten lassen und nun die Leere ihrer Lebensbilanz verkraften müssen. „Nicht-gelebtes-Leben“ ist etwas Trauriges in jeder Form. Besinnen wir uns in diesen Novembertagen auf das kostbar schöne Geschenk des Lebens.
Mit besten Grüßen
Christian Schmitt, Pastor
06.11.2011
|
Liebe Gemeinde! Am 10. November beginnt der Glaubenskurs „Kat-Kurs Credo“ in unserer Seelsorgeeinheit. An sieben Donnerstagabenden gehen wir das Credo, das Glaubensbekenntnis der Kirche durch. Wer ist Gott? Ist Jesus Gott? Hat er die Kirche gegründet, oder ist sie nur eine menschliche Veranstaltung? Wie komme ich Kontakt zu Gott? Was macht der Heilige Geist mit uns? Das sind Fragen, um die es geht. Wir beschäftigen uns sehr viel mit Umstrukturierungen und auch mit den Skandalen, aber zu wenig mit dem, worum es wirklich geht. Das soll sich ändern. Den Glaubenskurs halte ich für die wichtigste Veranstaltung in unseren Gemeinden, denn die Freude an Gott ist unsere Stärke. Wenn Sie wollen, machen Sie doch mit. Mit herzlichem Gruß Ihr Christian Schmitt, Pastor |
30.10.2011
Liebe Gemeinde!
Vollversammlung! Sanctus, sanctus, sanctus, Dominus Deus Sabaoth!
Das große Heilig, heilig, heilig Lied ist nicht urchristlich. Dieser Ruf ist viel älter als unsere christliche Tradition.
Zwei Bibelzitate treten uns in diesem Ruf entgegen. Heilig, heilig, heilig, Herr Gott Sabaoth! Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit. Dieser Satz kommt aus dem Buch des Propheten Jesaja. Dieser schaut in einer Vision den Himmel und hört einen Gesang mit diesem Text. Es ist der Gesang des Himmels, der Gesang der Anwesenheit Gottes.
Der zweite Teil lautet: Hochgelobt sei der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! Ein Ruf aus den Psalmen um den Messias zu begrüßen.
In Verbindung legen diese beiden Sätze uns aus, was auf dem Altar geschieht: Gott wird gegenwärtig, weil Jesus, der Messias, in den Gestalten von Brot und Wein zu uns kommt. Wir glauben, daß dieser Messias Gott selbst ist und singen deshalb das große Lied des Sanctus.
Das Sanctus ist Teil des Hochgebetes, welches schon mit der Präfation unmittelbar vor dem Sanctus begonnen hat. Wir treten mit diesem Gesang im Glauben mit der ganzen Kirche zusammen. Mit den Gläubigen des ganzen Erdkreises, mit den Menschen, die schon bei Gott sind, mit den Engeln und Heiligen. So heißt es vor dem Sanctus: darum singen wir mit allen Engeln und Heiligen, den Thronen und Mächten, mit all’ den Scharen des Himmlischen Heeres den Hochgesang deiner göttlichen Herrlichkeit.
Wir treten zur Vollversammlung der Gläubigen und aller Kreaturen vor Gott hinzu und versammeln uns um seinen Altar. Gemeinsam erwarten wir das Kommen des Sohnes, beten ihn an und beten mit ihm zum Vater.
Herzliche Einladung zur sonntäglichen Vollversammlung!
Herzlich Grüße, Jörg Niemeier, Kaplan.
23.10.2011
|
Liebe Gemeinde! So lasst uns beten wie der Herr uns zu beten gelehrt hat:Nach dem Ende des Hochgebetes sind wir um Jesus Christus versammelt. Nun beten wir gemeinsam das Vater unser. Wir richten uns mit dem Sohn Gottes an unseren Vater und beten mit seinen Worten. Das Vater unser endet mit der letzten Bitte „sondern erlöse uns von dem Bösen“. Wie jedes andere große Gebet der Liturgie, wird auch dem Vater unser eine feierliche Doxologie (Lobpreisung) angehangen. Viele solcher Doxologien sind uns geläufig: z.B. das Ehre sei den Vater, das Durch ihn und mit ihm und in ihm oder auch das Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn. Auch dem Vater unser folgt seit alter Überlieferung schon in der frühesten Urkirche eine Doxologie: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Nach dem Vater unser und vor der Doxologie hat Papst Leo I. im 4. Jahrhundert ein Gebet eingefügt. Man nennt diesen Teil Embolismus, vom griechischen Wort ἐμβάλλειν (einfügen). Dieser Teil unterbricht also nicht das Vater unser, sondern fügt an seinem Ende weitere Gebetsintentionen hinzu: Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten. Das Gebet und den Frieden und um die Bewahrung vor Verwirrung scheint mir wichtiger denn je. Immer schneller bewegt sich die Welt, die Gesellschaft, immer unsicherer und schneller scheint unser Leben zu werden. Gott kann und will uns sicherer Anker sein. So laßt uns beten wie der Herr uns zu beten gelehrt hat. Herzlich grüßt Sie Jörg Niemeier, Kaplan |
16.10.2011
Liebe Gemeinde!
Kommujon, sagen die Kinder. Was das lateinische Wort bedeutet, können sie noch nicht wissen. Kommunion heißt Gemeinschaft. In der Heiligen Kommunion, die wir während der Messe empfangen, haben wir Gemeinschaft mit Gott und mit der ganzen Kirche. Deshalb kommt es sehr darauf an, dass wir die Aufmerksamkeit unseres Verstandes und unserer Seele zusammennehmen und so wach wie möglich die Kommunion empfangen.
Der Gastgeber beim Kommunionempfang ist Christus selbst und nicht der Priester. Deshalb soll der Priester auch nicht nach der Gemeinde kommunizieren, sondern vorher. Der Priester ist im Augenblick des Kommunionempfangs vor allem ein normaler getaufter Christ. Er muss zuerst selber empfangen, was er weitergibt. Er hat es nicht aus sich, sondern von einem anderen her. Das ist für unser Empfinden ungewöhnlich und manche Priester haben deshalb die Reihenfolge umgedreht. Der Grund für diese Reihenfolge ist aber wichtig. Es geht um den Vorrang des wahren Gebers und des eigentlichen Gastgebers dieser Feier. Da der unsichtbar bleibt, soll auf ihn in der Zeichen- und Gestensprache der Liturgie hingewiesen werden.
Mit herzlichem Gruß
Christian Schmitt, Pastor
09.10.2011
|
Liebe Gemeinde! Kennen Sie noch das Evangelium der letzten Woche? Oder das von dieser Woche? Wann haben Sie zuletzt in der Bibel gelesen? Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde die Liturgie mit einem stärkeren Akzent auf dem Wort Gottes versehen. Wie aber wirkt das Wort Gottes in uns? Welche Konsequenzen ziehen wir aus dem gehörten Wort Gottes? Oder haben wir es gleich wieder vergessen? Das Johannesevangelium bringt es auf den Punkt: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Wenn wir das Evangelium hören, hören wir Christus. Er ist es, der uns die frohe Botschaft, sein Wort zusagt. Nach der Lesung bekennen wir gemeinsam mit dem Satz ‚Wort des lebendigen Gottes’ diese Wahrheit. Nichts ist dem Wort Gottes vorzuziehen. Andere Texte an diese Stelle zu setzen wäre so, als wenn wir Besuch empfangen würden, dann aber ein Buch zur Hand nähmen, statt mit dem Besucher zu reden. Das sagt nichts über die Qualität des Buches aus, wohl aber über unsere Offenheit gegenüber dem Besucher. Das Wort Gottes will uns ansprechen, ER will uns ansprechen. Manchmal bedarf es einiger Mühe, manchmal ist das Wort Gottes nicht bequem, manchmal ist es so ganz anderes als wir es gerne hätten. Und doch bleibt die Heilige Schrift Norm und Auftrag der Verkündigung und unseres christlichen Lebens. Lassen wir uns wieder ergreifen von seinem Wort, lesen wir es auch in der Woche, versuchen wir es umzusetzen. Das verbindet uns mit unseren Schwestern und Brüder anderer Konfessionen. Das Verbindet und mit Gott. Es grüßt Sie ganz herzlich, Jörg Niemeier Kaplan |
02.10.2011
Liebe Gemeinde!
Auch in dieser Woche wollen wir unsere Reihe zur Liturgie fortsetzen. Dieses Mal geht es um die liturgischen Körperhaltungen: Stehen – Sitzen – Knien. Die sind wichtiger als man so gemeinhin denkt. Denn in der Messe geht es um ein Leib-Sakrament: wir empfangen den Leib Christi mit unserem Leib. Gott will bei uns leiblich ankommen, weil er weiß, dass wir Ihn erst dann richtig aufnehmen, wenn wir uns auch leiblich auf Ihn einstellen. Wer kniet drückt seine Ehrfurcht aus, er zeigt, dass da Gott ist und dass Gott schlichtweg größer ist. Gott gebührt unsere Anbetung. Wer kniet, sagt nicht ich bin der Größte, sondern es gibt einen, der radikal über mir ist. Wenn wir nicht mehr Knien können, dann können wir vielleicht vor dem Tabernakel eine Verbeugung machen, wenn wir hereinkommen und herausgehen, oder bei der Wandlung vor dem Leib Christi. Wer einfach so am Tabernakel vorbeigeht, der sagt mit seiner Körpersprache nicht, dass er an Gottes Gegenwart glaubt (oder dass er sie vergessen hat). Wer steht, der ist in aufrechter Haltung, er ist bereit zu vernehmen, was Gott spricht. Er ist frei vor Gott und wird von Ihm gewürdigt und angesprochen. Wir stehen beim Evangelium, wenn der Sohn Gottes selbst zu uns spricht. Wer sitzt, der sammelt sich, um bei Gott zu sein, um sein Wort zu hören in den Lesungen, die Auslegung in der Predigt, um bei der Gabenbereitung sein eigenes Leben vor Gott zu bringen, oder nach der Kommunion den Herrn selbst in sein Leben ganz hineinzulassen. Natürlich wird manches individuell verschieden empfunden, aber es ist schön, wenn wir unseren gemeinsamen Glauben auch gemeinsam ausdrücken können.
Mit herzlichem Gruß
Christian Schmitt, Pastor
25.09.2011
|
Liebe Gemeinde! Das Kyrie und das Gloria , der Gesang überhaupt sind feste Bestandteile unserer sonntäglichen Messfeier. Das Kyrie ist eigentlich ein Jubelruf, mit dem die Juden Gott angerufen, ja angesprochen haben. Es ist die griechische Übersetzung des Wortes Adonai (ein Name Gottes). Wenn wir mit diesen alterwürdigen Worten zu Gott rufen, bekennen wir damit, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Die frühen Christen haben diese dreifache Anrufung ‚Herr erbarme dich- Christus erbarme dich – Herr erbarme dich’ immer auch als ein Bekenntnis zur Dreifaltigkeit verstanden. Oft steht das Kyrie in Verbindung mit dem Schuldbekenntnis und macht auf viele Menschen den Eindruck eines niederdrückenden Gottes. Das Gegenteil ist aber der Fall. Der Gott, der uns in Jesus Christus entgegen kommt, ist ein Gott des Erbarmens und der Freude. Er freut sich, wenn wir als seine Kinder auf ihn zugehen. Wir haben also wahrhaft Grund zur Freude und zu Jubel. Darum folgt auf das Kyrie auch der große Jubelruf, Gloria in excelsis Deo. Ehre sei Gott in der Höhe. Wir singen zur Ehre Gottes, besingen sein Handeln an uns. Durch die Ehre Gottes wird dem Menschen Frieden auf Erden. Mit diesem Gesang wenden sich die Menschen mit allen Kreaturen des Himmels Gott zu. Genau das nimmt die Adventszeit in den Blick. In dieser Zeit wird kein Gloria gesungen. Die Kirche wird erst wieder zum Geburtsfest Gottes auf Erden das Gloria anstimmen. Singen und Jubeln sind zutiefst menschliche und zugleich göttliche Ausdrucksformen. Wir tun das, wozu wir von Gott geschaffen wurden. Wir nähern uns ihm an. „Wer singt, betet doppelt“, sagt schon der hl. Augustinus. Herzlich grüßt Sie Jörg Niemeier, Kaplan |
18.09.2011
Liebe Gemeinde!
Ich war gebeten worden zu einigen liturgischen Fragen einmal etwas zu sagen. Dem will ich nun in Form der kleinen „Liebe Gemeinde“ – Texte nachkommen. Kaplan Jörg Niemeier, wird auch einige von diesen Impulsen schreiben.
Am Beginn der heiligen Messe steht der Bußakt. Meist werden tagesaktuelle oder schriftbezogene Gedanken mit dem Schuldbekenntnis oder dem Kyrie eleison (zu deutsch: Herr, erbarme Dich) verbunden. Anschließend kommt die Bitte um Vergebung. Warum machen wir das? Immer konfrontieren wir uns am Beginn mit dem, was Schuld war und uns belastet. Darüber redet doch keiner gerne. Kann man das nicht einfach mal weglassen? Wäre dann nicht alles ein wenig leichter und fröhlicher? Solchen Vorstellungen von einem weichgespülten Gottesdienst muss man den christlichen Realismus entgegenhalten: es wird erst dann gut und fröhlich und leicht, wenn wir das hinter uns lassen, was Schuld war. Die Schuld nimmt die Freude und erstickt die Seele. Gott nimmt die Schuld und gibt uns Freude. Schuld zerstört und trennt, Gott verbindet und baut auf. Das ist der Auftakt der Messe. Wir können froh sein, dass wir vor Gott ohne Maske hintreten dürfen. Er nimmt uns, wie wir sind, wenn wir die Wahrheit zulassen und uns zur dieser Wahrheit der Liebe Gottes bekehren wollen. Nur so kann die Messe beginnen. Hinkehr zu Gott und Absage an das, was uns von Ihm und voneinander trennt. Dass wir die Möglichkeit haben Schuld aufzuarbeiten und offensiv anzugehen, unterscheidet uns als Christen. Nicht verdrängen sondern angehen. Darin liegt die Chance.
Mit bestem Gruß
Christian Schmitt, Pastor
17.07.2011
|
Liebe Gemeinde! An diesem Samstag feiern wir die Einsegnung unseres neuen Pfarrhauses. Seit 4 Wochen wohnen Kaplan Niemeier und ich bereits im Obergeschoß und im Dachgeschoß und vor einer Woche haben wir im Erdgeschoß die Büros bezogen. Die Gemeinde und das Bistum haben hier in Stein geschrieben, dass die Kirche vor Ort bleibt und bleiben soll. Darüber können wir froh sein. Roxel geht es da besser als vielen anderen Gemeinden, die keinen Pfarrer mehr vor Ort haben. Das Gebäude ist mit vielen bodentiefen Fenstern offen und modern, obwohl es sich in den Abmessungen bewusst dem dörflichen Stil anpasst. Noch ist nicht alles fertig und vor allem drum herum wird noch lange Zeit weitergebaut werden. Aber wir können schon starten und erbitten Gottes Segen für die Arbeit, die wir im neuen Pfarrhaus zu tun haben. Wenn Sie können, kommen Sie doch zu einem kleinen Umtrunk und zur Einsegnung am Samstag nach der Messe gegen 19:30 Uhr zur Alten Dorfstrasse 6. Mit herzlichem Gruß Christian Schmitt, Pastor |
24.07.2011
Liebe Gemeinde!
An diesem Wochenende beginnen die Schulferien! Es kommt eine Zeit verminderter Geschwindigkeit. Der Verkehr wird ruhiger; die Termine werden weniger; viele sind weggefahren; die Zurückgekommenen erholter; der Druck wird aus dem Kessel genommen, nicht nur für die Kinder, sondern auch für uns. Man kann sich zu recht darüber freuen. Eigentlich müsste man aber noch mehr machen, nämlich eine gewisse „Verlangsamung“ des Lebens einüben. Viele sprechen von einer „Entschleunigung“, die uns gut täte. Nach dem Motto. Weniger ist mehr! Jeder weiß, das geht nicht in jeder Lebensphase. Aber gerade, wenn es nicht geht, brauchen wir die „entschleunigten“ Momente umso dringender. Bei Gott können wir „entschleunigen“, bei ihm zählt nicht höher, weiter, schneller, mehr und toller, sondern „da-sein“. Gesammelte Aufmerksamkeit und echte Anwesenheit. Das lernt man im Gebet und man kann es auf den Umgang mit den Menschen und der Schöpfung übertragen.
Gute und erholsame Ferien wünscht Ihnen
Christian Schmitt, Pastor
04.09.2011
|
Liebe Gemeinden! Die Ferien sind zu Ende und das normale Leben hat uns wieder. Das ist gut, denn das Normale trägt uns und macht „normalerweise“ auch viel Freude: Essen, Trinken, Beten, Sich-Unterhalten, Arbeiten und so weiter. Nur das Übermaß ist unser Problem, und daher brauchen wir die Unterbrechung. – Das gilt auch für unsere Seelsorgeeinheit: In den Ferien habe ich die Gelegenheit gehabt mehr Menschen aus Albachten und Mecklenbeck kennenzulernen. Bis ich einigermaßen durch bin und mir auch die Namen merken kann, wird noch einige Zeit vergehen. Wenn Sie mir helfen wollen, dann sagen Sie mir am Beginn eines Gespräches rasch Ihren Namen, so werde ich schneller lernen. Um das für mich richtige Maß zu finden, brauche ich ihre Hilfe und Geduld. Ich werde etwas Zeit brauchen, um „reinzukommen“. Dennoch freue ich mich über unsere „Gemeindengemeinschaft“. Mit herzlichem Gruß Christian Schmitt, Pastor |
10.07.2011
Liebe Gemeinde!
Von dieser Woche an haben wir im Priesterteam unserer Gemeinde und unserer Seelsorgeeinheit Verstärkung bekommen: am 07.07. ist Pfarrer Norbert Schulze Rastrup in das Pfarrhaus in Albachten eingezogen. Er war bisher über viele Jahre Pfarrer in Gronau. Zuvor hat er jahrelang als Schulseelsorger und Religionslehrer gearbeitet. Und nebenher war, ist und wird er in der Gehörlosenseelsorge auf Bistums- und Bundesebene tätig sein. Er wird bis Dezember in Albachten wohnen und will dann in eine der Wohnungen über dem Altenpflegeheim von Stift Tilbeck in „Pastors Garten“ einziehen. Am Samstagabend wird er bereits zum erstenmal in Roxel die Heilige Messe feiern. Zugleich wird an diesem Wochenende Dechant Pfr. Ulrich Messing in Albachten und Mecklenbeck verabschiedet. Viele sind traurig über seinen Weggang. Ich auch – er ist ein Seelsorger, der nahe bei den Menschen ist, und für mich ist er ein echter Bruder im Herrn geworden. Es ist durchaus nicht selbstverständlich, dass sich Priester die sehr verschieden sind, dennoch verstehen. Ich danke Uli Messing, ich freue mich für Kinderhaus und hoffe, dass wir ihn in unserer Seelsorgeeinheit oft wiedersehen.
Mit herzlichem Gruß
Christian Schmitt, Pastor
03.07.2011
|
Liebe Gemeinde! Am 10. Juli werden wir die Große Prozession als Familienwallfahrt wiederaufleben lassen. Wir gehen nach der Messe erst zum Bildstock bei Benker/Große Kortmann (Tilbecker Str. hinter der Schwimmhalle) und werden dort ein wenig beten und singen, danach geht es querfeldein durch die Flur zum Rüschenfeld. Auf der Bösenseller Str. am Bildstock bei Möseler werden wir die Prozession dann abschließen. Der Weg ist 2,5 km lang. Es darf unterwegs auch miteinander gesprochen werden. Wir machen halt einen gemeinsamen Spaziergang mit frommen „Einlagen“. Die Flurprozession war ursprünglich eine Dank- und Bittprozession ohne Allerheiligstes. Wir wollen an diese erste Tradition wieder anknüpfen. Das lässt uns mehr Freiheit. Und die Fronleichnamsprozession haben wir auch schon gehabt. Thema wird Bitte und Dank für die Früchte der Arbeit („der Flur“) und für die Familie sein. In der Pfarrchronik von Wittover steht, dass im 18. Jhdt. der Bürgermeister fragte, welche „Volksbelustigung“ denn bei der Großen Prozession vorgesehen sei. Nun, auch darüber haben wir uns mit Möseler und Bergmann/Holz Gedanken gemacht: ab 12:00 Uhr wird es Bier, Wasser, Kaffee, Waffeln, Würstchen, Kartoffelsalat für ein leichtes Mittagessen geben und die Kinder dürfen sich auf Pool (dann Entsprechendes mitnehmen) und andere Spiele freuen. Sogar bei leichtem Regen können wir kommen, da noch ein großes Zelt von einer vorhergehenden Feier bei Möseler steht. Also hoffen wir auf einen schönen gemeinsamen Tag. (Übrigens sind Sie auch noch willkommen, wenn Sie erst zum Abschluss zu Möseler kommen, weil Sie den Wagen mitnehmen wollen.) Mit herzlichem Gruß Ihr Christian Schmitt, Pastor |
05.06.2011
|
Liebe Gemeinde! Christi Himmelfahrt: was soll das heißen? Wohin geht Jesus? Wenn Er "auf einer Wolke" davonschwebt und "zur Rechten des Vaters sitzt", wie bleibt Er dann bei uns? An welchen "Ort" ist Er gegangen? Papst Benedikt hat im 2. Band seines Werkes "Jesus von Nazareth" hierzu geschrieben: "Damit ist nicht ein ferner kosmischer Raum angesprochen, an dem Gott seinen Thron aufrichtet und auf diesem Thron auch Jesus einen Platz gegeben hätte. Gott ist nicht in einem Raum neben anderen Räumen. Gott ist Gott - er ist Voraussetzung und Grund aller Räumlichkeit, die es gibt, aber nicht selbst einer davon. ... Seine Gegenwart ist nicht räumlich, sondern eben göttlich" (S. 308). Weil Jesus "in den Himmel" aufgefahren ist, kann er immer und überall bei uns sein. Weil Er am "Ort" Gottes ist, kann er ortsübergreifend gegenwärtig sein. Auch bei uns in Roxel und bei Ihnen und mir zuhause. Ihr Christian Schmitt, Pastor |
26.06.2011
Liebe Gemeinde!
Vor einigen Tagen fand bei uns eine Hochzeit in St. Pantaleon statt. Die Braut musste ein wenig warten, weil zwei Sängerinnen noch auf der Autobahn festhingen. Das gab, wie mir berichtet wurde, den Kindern aus unserem Pantaleonkindergarten reichlich Zeit das Geschehen durch die Fenster ihres Gruppenraumes zu beobachten und zu kommentieren. Als das Auto endlich anhielt und die Braut ausstieg, stand für einige fest, dass die Prinzessin nun gekommen sei. Andere meinten danach, „jetzt geht sie in die Kirche und sucht sich einen Mann aus.“ Immer versuchen wir das, was wir sehen und erleben zu verstehen und zu deuten. Wie bescheiden unsere Erklärungsmöglichkeiten sind, ist ja nicht immer so offensichtlich. In der Kirche können wir uns von dem inspirieren lassen, der den vollkommenen Überblick hat, und wenn sie Glück haben, müssen sie nicht allein nach Hause gehen.
Mit herzlichen Grüßen
Christian Schmitt, Pastor
12.06.2011
Liebe Gemeinde!
Die ganze Schöpfung ist gottfähig, insbesondere der Mensch. Das Begrenzte kann den Grenzenlosen aufnehmen. Gott der im Wirken seines Geistes sehr konkret wird und doch unfassbar bleibt, kann eingehen in den Menschen, der es zulässt und wünscht. Jeder einzelne von uns kann Tempel des Heiligen Geistes sein, und er kann es verwehren. An Pfingsten weiten sich unser Verstand und unser Herz, oder sie bleiben wie sie waren. An Pfingsten wird die Kirche in ihren Gliedern neu und reformiert sich, oder sie bleibt „kalt und hart“. In der Pfingstsequenz beten wir, „wärme Du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt“. Mutter Theresa meinte einmal, was in der Kirche nicht in Ordnung ist, sind Sie und ich, wir müssen uns erneuern. Das ist vielleicht ein wenig sehr auf den Einzelnen bezogen, aber es ist nicht völlig verkehrt, oder glauben Sie, dass es nur die anderen sind?
Frohe Pfingsten
Ihr Christian Schmitt, Pastor
19.06.2011
|
Liebe Gemeinde! Wir feiern den Dreifaltigkeitssonntag. Jahr für Jahr löst dieses Fest bei nicht wenigen Christen eine gewisse Ratlosigkeit aus. Dabei sind wir doch alle auf den Namen des dreifaltigen Gottes getauft. Wir beginnen jeden Gottesdienst in seinem Namen. Gott ist in sich Gemeinschaft. Am Anfang der Schöpfung steht Gemeinschaft und nicht Einsamkeit. Der Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen ist auf Gemeinschaft aus: es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Auch Gott ist nicht allein. Gott Vater, Sohn und Geist sind immer schon Gemeinschaft der Liebe: unendlich reich, unendlich schöpferisch, unendlich freigebig. Gott fehlt nichts, weil er im Gegenüber von Vater, Sohn und Geist alles hat und alles ist. An seinem Reichtum des Lebens will er uns beteiligen. In dieses Fest mündet das ganze Kirchenjahr. Wir feiern alles. Klar dass das für unseren Verstand ein wenig zu viel ist. Was wir verstehen genügt, um auf der Spur zu bleiben. Mit herzlichem Gruß Christian Schmitt, Pastor |
22.05.2011
|
Liebe Gemeinde! Vielleicht haben Sie schon gehört, dass ich seit einigen Tagen im Urlaub bin. Mit einigen Studienfreunden, die mittlerweile gestandene Pfarrer sind, erhole ich mich in den Alpen Österreichs. Nach der Übernahme der Verantwortung in Mecklenbeck im Juli möchte ich dieses Jahr im Sommer lieber nicht wegfahren. Urlaub ist heilsam, auch weil darin eine Relativierung der eigenen Wichtigkeit liegt. Das kirchliche Amt ist eine Vertretungsordnung, der Vikar, vertritt den Pfarrer, der Pfarrer vertritt den Bischof, der Bischof vertritt Christus, und eigentlich kommt es vor allem auf Ihn an. Die Bewältigung der Kirchenkrise wird davon abhängen, dass wir unser kirchliches Leben wieder mehr bei Ihm aufhängen. Er ist unsere Freude, Er ist unsere Hoffnung, Er ist unsere Liebe, Er lebt! Und ich erhole mich mit Ihm in Österreich. Ich wünsche Ihnen einen erholsamen wirklichen Sonntag, einen Tag des Herrn - mit dem Herrn. Entspannt und zuversichtlich Ihr Christian Schmitt, Pastor |
29.05.2011
Liebe Gemeinde!
Unsere Seelsorgeeinheit nimmt immer mehr Gestalt an. Die geplante Fusion von Albachten und Roxel ist auf den Weg gebracht. Die Gemeinderäte und die Kirchenvorstände haben sich dafür ausgesprochen, dass wir zum 1. Advent 2012 fusionieren. Von Januar 2012 an werden wir an dieser Fusion richtig arbeiten und dabei auch von der Stelle für Gemeindeberatung des Bistums unterstützt werden. Ab Juli wird sich auch die Zusammenarbeit mit St. Anna in Mecklenbeck verstärken. An einem gemeinsamen Klausurtag des Teams haben wir bereits einige Linien festgelegt. In dem Team der Hauptamtlichen Seelsorger werden Susanne Deusch, Christian Rind, Hendrick Werbick, Jörg Niemeier und ich am intensivsten zusammenarbeiten. Wir werden uns wöchentlich zu Teamsitzungen treffen und die Aufgaben besprechen und verteilen. Ich selber werde ab Mitte Juli auch in Mecklenbeck im Pfarrhaus arbeiten. Daraus ergeben sich auch für Roxel Veränderungen, da ich nicht mehr so präsent sein kann, wie das bisher der Fall war. Wir werden aber als Team intensiver zusammenspielen. Jeder ist Ansprechpartner, jedem können Sie Ihre Eindrücke und Ideen mitteilen und im Team werden wir das besprechen. Wir brauchen bei diesen Veränderungen auch Sie, Ihre Ideen, Ihre Mitarbeit, Ihre Ermutigung und nicht zuletzt Ihr Gebet.
Herzliche Grüße
Ihr Christian Schmitt, Pastor
15.05.2011
Liebe Gemeinde!
In diesem Monat sammeln wir in den Sonntagsmessen überwiegend für den Marienbildstock, der auf dem Gelände des neuen Pfarrhauses an der Ecke zur Alten Dorfstrasse errichtet werden soll. Bei einer Gemeindeversammlung am 10. April wurde er erneut vorgestellt, die Zeitungen haben davon berichtet. Das kleine Gebäude wird ca. 9000 € kosten; - knapp die Hälfte davon ist schon gespendet worden. Die Frauengemeinschaft hat beschlossen in den nächsten Monaten dafür zu sammeln. Im Marienmonat Mai möchte ich Ihnen diesen Bildstock besonders ans Herz legen. Maria ist als Mensch vollkommen durchlässig für die Gegenwart Gottes. Deshalb ist sie uns so wichtig. Auch die Marienandachten in der Friedhofskapelle an den Sonntagnachmittagen empfehle ich Ihnen. Und auch den Rosenkranz. Probieren Sie ihn doch einfach einmal (wieder) aus.
Herzliche Grüße
Christian Schmitt, Pastor
08.05.2011
|
Liebe Gemeinde! Sie werden bemerkt haben, dass wir in der Messfeier am Sonntag eine kleine Änderung vorgenommen haben. Seit Gründonnerstag benutzen wir an den Sonn- und Festtagen ein Evangeliar. Wir haben ein einfaches Evangelienbuch in Leder binden, es mit einem Goldschnitt versehen und es mit Silberbeschlägen von einem unserer alten Messbücher beschlagen lassen. Es ist prachtvoll geworden. Das Evangeliar enthält nur die Evangelien. Das bedeutet, dass nach den anderen Lesungen das Evangeliar vom Altar in einer kleinen Prozession zum Ambo (Lesepult) gebracht wird. Nach der Lesung des Evangeliums wird es dann wiederum in einer kleinen Prozession vor der ersten Säule aufgeschlagen ausgestellt. Diese liturgische Prachtentfaltung hat einen sehr nüchtern reflektierten theologischen Sinn: Gott spricht zu uns: das ist ein Grund zu feiern, und eine Tatsache des Glaubens, die hervorgehoben werden muss. Es muss hervorgehoben werden, damit das Wort Gottes im Einerlei der vielen Menschenworte nicht untergeht. Und es ist ein Grund zum Feiern, weil Gott nicht einfach über uns verfügt, wie über die Steine und die Tiere, sondern uns in unserem freien Willen und Verstand ansprechen will. Die Götter der Antike haben nicht mit Menschen gesprochen, der wahre Gott Israels aber lässt sich dazu herab mit uns zu reden. Deshalb die gesteigerte Festlichkeit, denn gelingende Kommunikation ist der wichtigste Grund für echte Freude. Mit herzlichem Gruß Christian Schmitt, Pastor |
24.04.2011
|
Liebe Gemeinde! Endlich ist nach langer Fastenzeit: Ostern! Die Freude richtet sich nicht nur auf die kulinarischen und anderen Köstlichkeiten, auf die wir verzichtet haben. Die Freude richtet sich auf den Sieg des Lebens. Freude über die Auferstehung Jesu Christi ist das Wasserzeichen des Christentums. Die tiefe Skepsis und Traurigkeit unserer germanischen Vorfahren, die am Ende alles im Untergang vernichtet sahen, wird von dieser Freude geheilt. Christus ist die Planke, die uns rettet aus dem Schiffbruch dieser Welt. „Ist Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos;“ schreibt Paulus (1 Kor, 15,14). Auch wenn wir alle wissen, dass der biologische Tod unvermeidlich ist, können wir uns doch mit dem ewigen Tod der Menschen, die wir lieben, nicht abfinden. Zu Recht! Auch Gott will sich nicht damit abfinden. Sein Wille ist Leben. Volles, wahres, unbehindertes, gesundes, frohes, ewiges Leben. Ich wünsche Ihnen frohe Ostern: Christus ist wahrhaft auferstanden! Amen! Christian Schmitt, Pastor |
01.05.2011
Liebe Gemeinde!
Der heutige „Weiße Sonntag“ wird seit dem Jahr 2000 auch „Sonntag der Barmherzigkeit“ genannt. Diese neue Bezeichnung hat Papst Johannes Paul II für die gesamte Kirche eingeführt. Jesus Christus hatte in der Zwischenkriegszeit einer Ordensschwester in Polen seinen Wunsch mitgeteilt, dass er mehr in seiner grenzenlosen Güte und Barmherzigkeit verehrt werden wollte. Gerade in dieser furchtbaren Zeit, die von verschiedenen Formen des Bösen in Gestalt politischer Unrechtsregime heimgesucht wurde, wollte Gott dem Bösen durch seine Barmherzigkeit eine Grenze setzen, die es nicht überschreiten kann ohne aufzuhören, böse zu sein. Wenn wir die Schwelle der Barmherzigkeit überschreiten, dann verlassen wir den Herrschaftsbereich des Bösen und nehmen unsere Zuflucht zum „dux vitae“, dem wahren Führer ins wahre Leben. Papst Johannes Paul II starb vor sechs Jahren am Sonntag der Barmherzigkeit. Sein ganzes Pontifikat war der Verkündigung der Barmherzigkeit Gottes geweiht. Heute wird er in Rom seliggesprochen. Wir können ihn gerade heute bitten, uns eine besondere Gnade Gottes zu vermitteln. Dazu müssen wir nur überlegen, was wir uns wirklich von Gott wünschen und echt, das heißt kindlich vertrauen. Es geht. Versuchen Sie’s mal.
Ihr Christian Schmitt, Pastor.
17.04.2011
Liebe Gemeinde!
Vor 110 Jahren wurde am 17. April 1901 unsere damals neuerrichtete Pfarrkirche vom Bischof von Münster eingeweiht. Die Kirche war für die damaligen Verhältnisse Roxels riesig und sehr aufwendig gebaut. Einen Raum für Gott zu schaffen, war den Menschen so wichtig, dass er sie auch etwas kosten durfte. Viele hatten gespendet und ein Herr Schulze Mönking, der kinderlos war, hatte ein Vermögen gegeben. Das Kirchweihfest, das wir heute im Hintergrund des Palmsonntags begehen, ist ein Dankesfest dafür, dass Gott bei uns wohnt. Er ist in Jerusalem eingezogen und auch bei uns in Roxel. Das höchste und schönste Gebäude ist Gott geweiht. Es erinnert uns an ihn; es ist ein Platzhalter für seine Gegenwart in unserer Mitte; es ist der Ort an dem unser Leben in feierlichen Momenten mit dem Leben Gottes in Verbindung tritt; es ist ein Ort der Stille, ein kommerzfreier Ort, ein Ort der Gemeinschaft. Wie würde eine spendenfinanzierte Kirche wohl ausfallen, wenn wir sie heute bauen müssten? Die Kirche als Gebäude und die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen ist dazu da, Gott Raum zu geben. Er soll ankommen können in unserer Mitte.
Mit herzlichem Gruß
Christian Schmitt, Pastor
10.04.2011
|
Liebe Gemeinde! Verzicht wird immer mehr zu einem gesellschaftlich wichtigen Thema. Wir müssen als Gesellschaft wieder lernen auf Liebgewordenes zu verzichten, weil wir sonst die Lebensmöglichkeiten der künftigen Generationen verbrauchen. Wir dürfen nicht hemmungslos auf Pump leben, weil dadurch die Späteren belastet werden. Verzicht wird zu einer Frage der sozialen Gerechtigkeit. Er wird immer mehr zu einer Notwendigkeit, wenn unsere Gesellschaft fortbestehen will. In der Nachhaltigkeit der Politik und des Wirtschaftens läge ein Ansatz zu einer echten Alternative. Nur was langfristig gut ist, ist vielleicht auch wirklich gut. Die Fastenzeit will uns helfen notwenigen Verzicht einzuüben. Im Kleinen wie im Großen geht menschliches Zusammenleben nicht ohne die Bereitschaft, für andere etwas zu opfern. In der Perspektive der Liebe ist Opferbereitschaft sogar ein Kennzeichen für deren Echtheit. Wenn wir mehr an die Liebe denken beim Verzichten und nicht nur an die schiere Notwendigkeit, dann ist unsere Motivation tiefer und damit auch die Nachhaltigkeit. Wenn wir auf Christus schauen in diesen Tagen, dann sehen wir einen gigantischen Verzicht und eine grenzenlose Perspektive der Liebe, in der er geschieht. Christus und echte Christen braucht das Land. Ihr Christian Schmitt, Pastor |
27.03.2011
|
Liebe Gemeinde! Sie kennen vielleicht den sie den leicht sarkastischen Spruch: „alle denken an sich nur nicht ich, ich denke an mich.“ Mit diesem Satz kann man das Therapieziel der Fastenzeit in den Blick nehmen. Der christliche Glaube geht davon aus, dass jeder von uns im Hinblick auf seine Liebesfähigkeit irgendwo therapiebedürftig ist. Ein Therapieansatz der Fastenzeit ist der Verzicht (es ist nur ein Ansatz von mehreren und vielleicht nicht einmal der Wichtigste, aber trotzdem). In einem Gebet heißt es, „die Entsagung mindert in uns die Selbstsucht“. Das tut sie natürlich nicht automatisch, denn Entsagung und Verzicht sind ja erst einmal negativ definiert. Um das Negative, den Verzicht auf etwas an sich Gutes, geht es aber nicht. Es geht darum, dass wir durch den Verzicht auf etwas an sich Gutes mehr Raum schaffen für Gott und den Nächsten. Nur so hat das Fasten seinen christlichen Sinn. Im christlichen Fasten geht es also nicht um zuerst um die zu verlierenden Pfunde oder allgemein gesprochen um mehr Selbstdisziplin. Das kann sich als Nebeneffekt auch noch einstellen. Beim christlichen Fasten geht es darum frei zu werden vom dauernden Kreisen um sich selbst und seine Bedürfnisse und seine Wehwehchen und seine Vorlieben und seine kleinen Süchte. Frei werden für mehr Miteinander mit Gott und den Nächsten. Das lohnt doch, oder? Mit herzlichem Gruß Christian Schmitt |
03.04.2011
Liebe Gemeinde!
An diesem Samstag werden 45 Jugendliche aus Albachten und Roxel gefirmt. Weihbischof Stefan Zekorn wird zu ihnen sagen: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes den Heiligen Geist!“ Der Heilige Geist gibt ein Gefühl dafür, was das Leben wirklich ist. Er gibt uns Kraft schwierige Wegstrecken durchzustehen. Er lässt uns spüren, wozu wir geschaffen sind. Deshalb hilft uns der Heilige Geist selber einen kritischen Geist zu entwickeln, der prüfen kann, was für uns gut ist und was uns schadet. Unsere Jugendlichen werden diese Erfahrung des Heiligen Geistes in ihrem Leben brauchen, damit sie in einer wankenden Welt auf Spur bleiben. Beten wir dafür!
Ihr Christian Schmitt, Pastor
20.03.2011
Liebe Gemeinde!
Wir stehen unter dem Eindruck der Bilder aus Japan. Das Erdbeben und der Tsunami haben mit Japan ein Land getroffen, das so hochentwickelt ist, wie das unsere. In wenigen Augenblicken wurde der zivilisatorische Firnis weggewischt. Die Kinofreunde unter uns werden sich erinnert haben an Bilder aus Filmen von Roland Emmerich. Was übrigblieb, waren riesige Felder von Schrott. Diese Bilder haben uns vor Augen gestellt, wie dünn das Eis ist, auf dem wir sitzen. Ich musste an die Bergpredigt denken und an Jesu Worte: „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut“ (Mt 7, 24-25). Von all unseren Investitionen wird einmal nur das bleiben, was in die Liebe investiert wurde. Die Fastenzeit führt uns zur Besinnung - auch durch die Nachrichten.
Ihr Christian Schmitt, Pastor
06.03.2011
|
Liebe Gemeinde! In der vergangenen Woche haben wir einen „barrierefreien“ Eingang in die Kirche bekommen. Von nun an wird die Kirche alltags nicht mehr von der Seite sondern nur noch durch den Turm zu begehen sein. Rechts neben dem Turmeingang befindet sich ein Schalter mit dem die Tür automatisch geöffnet werden kann. Das Pflaster vor der Tür ist ein wenig angehoben worden, so dass man nun auch mit einem Rollstuhl oder einem Rollator bequem in die Kirche gelangen kann. Die physische Barriere ist weg; – aber es bleibt eine unsichtbare Schwelle, über die viele Menschen nicht leicht hinweg kommen. Diese unsichtbare Schwelle lässt sich nicht so leicht beseitigen, aber manchmal kann man anderen helfen über sie hinweg zu kommen. Herzliche Grüße Christian Schmitt, Pastor |
06.02.2011
|
Liebe Gemeinde! Jesus sagt uns, daß wir das „Licht der Welt“ und das „Salz der Erde“ sind. Er sagt einfach, daß wir es sind und nicht daß wir es sein sollen. Das ist ziemlich starker Toback. In der Bergpredigt spricht Jesus zu seinen Jüngern. Es kommt darauf an, daß wir nicht nur dem Namen nach sein Jünger sind. Tatsächlich hat die Welt viel „Licht“ und „Salz“ von denen empfangen, die sich darin als echte Jünger Christi erwiesen haben: das Zeugnis echter Liebe in christlichen Ehen und Familien; die Kultur der Arbeit als Hingabe des Lebens; das Gespür für den Wert und die Rechte jedes einzelnen Menschen; der Blick auf die Schwachen und die Hilfswerke für Kranke, Alte und Kinder; ein Kultur der Barmherzigkeit, die sich verbindet mit der Bereitschaft, das Mögliche zu tun ... Die Zeugen des christlichen Glaubens haben die Welt und unser Land wirklich verändert, ihr Licht und Geschmack gegeben. Es liegt an uns die Reihe nicht abreißen zu lassen. Christian Schmitt, Pastor |
13.03.2011
27.02.2011
Liebe Gemeinde!
Die strukturellen Veränderungen in der Kirche, von denen wir schon seit Jahren sprechen, werden jetzt für uns konkret. Wir können nicht mehr so tun, als hätte sich seit den 60ziger Jahren in unserer Gesellschaft nichts getan. Als Pfarrer Schilgen 1974 nach Roxel kam, gingen ca. 1400 Menschen am Sonntag in die verschiedenen Messen. Heute erreichen wir diese Zahl nicht einmal, wenn wir alle Gemeinden unserer Seelsorgeeinheit zusammennehmen. Die Kirche wird von vielen Christen nur noch für die besonderen Ereignisse im Leben nachgefragt (Taufe, Hochzeit, Kinderkommunion, Firmung, Tod). Nur noch wenige wollen auch in den übrigen Zeiten für ihr persönliches Leben mehr von Gott wissen. Für die meisten steht Gott am Notausgang ihres Lebens, nur noch wenige lassen ihn auch in die übrigen Zimmer ihres Lebenshauses hinein. Das hat nach so vielen Jahren nun Auswirklungen. Die Kirche ist am Ende immer nur so stark, wie die Menschen sie machen. Die Glaubenskrise wird sichtbar. Das ist – bei aller Trauer um den Verlust –wirklichkeitsnäher und ehrlicher.
Mit besten Grüßen
Christian Schmitt, Pastor
20.02.2011
|
Liebe Gemeinde! Sie haben es in der Zeitung lesen können: Pfr. Messing wird nach Kinderhaus gehen. Nach fast 10 Jahren sehr engagierter Tätigkeit in St. Anna und zum Schluss auch in St. Ludgerus wird er unsere Seelsorgeeinheit verlassen. Das ist für unsere Arbeit in der Seelsorgeeinheit ein großer Verlust. Wir bekommen zwar einen Kaplan, und darüber dürfen wir uns wirklich freuen, aber in Zukunft wird sowohl der Pfarrer als auch der Kaplan und die Pastoralreferenten deutlich mehr für alle drei Gemeinden zuständig sein, als dies bisher der Fall war. Die Veränderungen betreffen so nicht nur St. Anna, sondern auch St. Pantaleon. Wir werden mehr zusammen gehören. In den kommenden Monaten wird es darum gehen, diese Veränderungen gut zu gestalten. Dabei brauchen wir ihr Mithelfen, Mitdenken und Mitbeten. Der Gemeinderat hat beschlossen für den 10. April eine Pfarrversammlung einzuberufen. Ich hoffe auf ihre zahlreiche Beteiligung. Mit herzlichem Gruß Christian Schmitt, Pastor |
13.02.2011
Liebe Gemeinde!
Es wurde in den vergangenen Wochen über ein Schreiben einiger CDU-Politiker und über ein Memorandum einiger Theologieprofessoren gesprochen. Die darin vertretenen Thesen sind nicht neu, sondern werden seit vielen Jahrzehnten so oder ähnlich formuliert. Großen Anklang findet immer wieder das Argument, die Zulassungsbedingungen zum priesterlichen Amt zu verändern. Dabei werden drei Varianten vertreten: eine mögliche Abschaffung des Zölibats, die Zulassung von Frauen zum Priesteramt oder von verheirateten, im Glauben erprobten Männern (sog. viri probati). Das Ziel der Überlegung ist die Versorgung unserer Gemeinden mit einer ausreichenden Zahl von Priestern, denn dann müssten die pfarrlichen Strukturen nicht verändert werden. Das Ziel ist also ein „konservatives“: es geht um die Erhaltung der bestehenden kirchlichen Strukturen. Konservativ zu sein ist ja nichts Schlechtes. Was gut ist und was wichtig ist, soll man ruhig bewahren und weitergeben. Aber die Frage beim Bewahren und Weitergeben ist, wo sind Veränderungen notwendig, damit wir das, was uns wichtig ist und gut erscheint, bewahren und weitergeben können. Es muß zwischen dem Wesentlichen und den zeitbedingten Ausformungen unterschieden werden. Die pfarrlichen Strukturen, die die Kirche im 19. und 20. Jahrhundert herausgebildet hat, sind nicht sacrosanct. Wer am Zweitrangigen festhält, wird unflexibel und damit im schlechten Sinne konservativ. Jesus hat das Priestertum des neuen Bundes 12 ausgewählten Männern anvertraut. Die Feier der Messe hat etwas mit der Hingabe des Lebens zu tun: es geht um Jesu Hingabe für uns und um unsere Hingabe an Gott und aneinander. Wer zölibatär lebt ohne schwul zu sein oder einen unüberwindlichen Widerwillen gegen Frauen zu haben, der verzichtet mit der Ehe auf das Schönste, was es in der Schöpfung gibt. Wer zölibatärer Priester ist, gibt sein Leben dafür, dass die Hingabe Jesu heute unter uns sichtbar wird und die Sakramente seines Lebens und seiner Hingabe gefeiert werden. Das kann man nur, wenn man dazu berufen ist und wirklich daran glaubt, dass dieses Leben nur das Vorspiel ist und unsere Hoffnung auf Liebe in der Ewigkeit von Gott über alle Maßen erfüllt werden wird. Diesen Glauben braucht die Kirche heute sehr dringend. Dieser Glaube besagt im Kern: die Welt ist nicht alles, sondern es gibt Gott und von ihm kommt alles und nur bei ihm findet alles seine Vollendung. Der Glaube daran ist das Rückgrad der Kirche. Diesen Glauben müssen wir bewahren und weitergeben. Er begründet die Freiheit der Kinder Gottes gegen jeden innerweltlichen Totalitarismus. Dafür ist das Zölibat nach wie vor ein sehr sprechender und angemessener Ausdruck. Ich glaube, es hat Zukunft!
Auf gelegentliche Gespräche freut sich
Christian Schmitt, Pastor
30.01.2011
Liebe Gemeinde!
Die Kirchenvorstände aus Albachten und Roxel haben sich in der vergangenen Woche am Freitagabend getroffen, um sich kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. „Womit beschäftigt ihr euch? Wie erledigt ihr eure Aufgaben? Wer macht bei euch was? Was sind eure Projekte für die Zukunft? Usw.“ Die beiden Gemeinden kommen einander in kleinen Schritten näher. Mit der Vertrautheit wächst auch das Vertrauen. Für viele ist es noch nicht vorstellbar, dass wir in relativ kurzer Zeit nicht mehr zwei getrennte Pfarreien sein werden sondern eine. Über die Zwischenschritte werde ich sie immer wieder informieren, damit ein Bewusstsein für unsere neue kirchliche Wirklichkeit entsteht.
Mit besten Grüßen
Christian Schmitt, Pastor
23.01.2011
|
Liebe Gemeinde! „Alternativlos“ ist Unwort des Jahres 2010 geworden, Sie werden es gelesen haben. Das freut mich und viele andere auch, dann tatsächlich gibt es in den meisten Fällen viele Alternativen. Und als mündiger Bürger will man auch darüber informiert werden, darüber nachdenken dürfen, eine sinnvolle Debatte führen und nicht mit dem Totschlagwort „alternativlos“ abgefertigt werden. Was heißt das für die geplanten Veränderungen im kirchlichen Bereich: natürlich kann man die Dinge anders machen; es gibt und gab Alternativen. Die Debatte wird nun aber schon seit vielen Jahren in immer neuen Auflagen geführt. Mit dem neuen Pastoralplan kommt die Verwirklichung auf uns zu. Veränderungen müssen sein, das sehen viele ein. Welche Veränderungen kommen sollen, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Die Debatte muss irgendwann ein Ende haben, damit wir uns auf die neue Realität einstellen können. Das Ergebnis ist nicht alternativlos. Wenn es gut ist, werden auf die Dauer die Vorteile größer sein, als die Nachteile; - es wird sich als eine sinnvolle und realisierbare Lösung herausstellen, die mit gemeindlichem Leben gefüllt werden kann. Wenn das einigermaßen vernünftig dargelegt werden kann, dann muss uns das genügen. Als mündiger Christ muss ich damit leben können, dass eine Veränderung, die da kommt, eventuell nicht meine Lösung gewesen wäre, und dass eine Alternative, die mir mehr gelegen hätte, nun nicht realisiert wird. Alternativlosigkeit zu verlangen, wäre der Ruf nach der eigenen Entmündigung, denn die lässt sich nur durch systematische Fehlinformation der Öffentlichkeit herstellen. Das will doch keiner. Mit herzlichem Gruß Christian Schmitt, Pastor |
16.01.2011
Liebe Gemeinde!
Vor uns liegt eine ökumenische Woche! Seit vergangenem Sonntag gehen vier Taufkerzen durch die Gemeinden Münsters. Dies ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Münster (ACK-Münster). Bei uns im Westen hat es am 09. Januar mit St. Ludgerus in Albachten begonnen, danach geht’s in die evangelische Gemeinde nach Roxel und anschließend am kommenden Sonntag, den 23. wird sie bei uns sein. Wir besinnen uns auf unsere Taufe, die das sakramentale Fundament der Einheit ist. Das zweite ökumenische Ereignis der kommenden Woche wird der Gottesdienst am Donnerstag, den 20. Januar um 19:00 Uhr in St. Pantaleon sein. Dieser Gottesdienst steht im weltweiten Zusammenhang der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Die Einheit der Kirche ist in ihrem göttlichen Kern unzerstörbar, ihre innerweltliche Sichtbarkeit und Vollziehbarkeit ging aber im Laufe der Jahrhunderte verloren. Durch diese Gottesdienste tragen wir dazu bei, dass sie wieder neu hervortrete.
Mit herzl. Gruß
Christian Schmitt, Pastor
09.01.2011
|
Liebe Gemeinde! Jetzt, in diesem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, kommen die Sternsinger von ihren vormittäglichen Streifzügen durch unsere Gemeinde zurück ins Pfarrheim und werden verpflegt und aufgewärmt. Sie haben Vieles erlebt: großzügige Spendenbereitschaft, herzliche Aufnahme, echte Freude angesichts der herumziehenden Kinder, die sich in Süßigkeiten für sie ausgezahlt hat. Aber auch Abweisung und Unverständnis waren bei den Reaktionen. Das ist ein realistisches Abbild für den Platz den Gott bekommt. In ihrer Freude zeigen unsere kleinen „Missionare“, echten Mut und Ausdauer. Respekt!! Mit besten Grüßen Christian Schmitt, Pastor |
26.12.2010
Liebe Gemeinde!
Wir stehen in der Oktav zwischen Weihnachten und Neujahr, kirchlich dem Hochfest der Gottesmutter Maria. Das Neue hat sich an Weihnachten ereignet und eine Woche später zu Beginn des neuen Jahres feiern wir die, die uns den Neuanfang gebracht hat. Mit diesem Kind wird uns allen ein Neuanfang geschenkt und erst in der genaueren Besinnung kommt man vom Geschenk zu der, die es uns gebracht hat. Erst die Gabe, dann die Geberin, dann hinter der Geberin der eigentliche Geber von allem. Immer ist es verwoben: Gott schenkt nicht einfach so, sondern er schenkt durch die Hände von anderen. So entsteht ein großes Gewebe von Beziehungen. Maria ist die ganz große Austeilerin, weil sie die ganz große Empfängerin ist. Sie kann immer auf Sendung sein, weil sie noch viel mehr auf Empfang ist.
Ich wünsche Ihnen gnadenreiche Weihnachtstage und ein gesegnetes und frohes neues Jahr,
Ihr Pastor Christian Schmitt

